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Das Streitschlichterprogramm

Auf der ganzen Welt gibt es an jeder Schule Konflikte und Streit zwischen Mitschüler*innen.

Das ist normal und gehört zur Entwicklung und zum Erwachsenwerden dazu. Von entscheidender Wichtigkeit ist hierbei jedoch wie diese Konflikte gelöst werden. Unser Streitschlichter Projekt soll dazu beitragen Lehrende zu entlasten und die Schüler*innen dabei unterstützen ihre Konflikte friedlich und nach Möglichkeit zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu lösen. Schule soll als gewaltfreier Raum empfunden werden.

Hierfür durchlaufen unsere Schüler*innen, die zukünftigen Streitschlichter*innen, eine einjährige Ausbildung mit anschließender Abschlussprüfung. Erst danach dürfen sie ihren Dienst auf dem Pausenhof antreten. Für unsere Schüler*innen sind die Streitschlichterteams gut an ihren blauen Westen zu erkennen. Nach dem Dienst folgen regelmäßige Teamsitzungen, in denen aktuelle Mediationen gemeinsam besprochen und ausgewertet werden.

 

Bedingungen für eine erfolgreiche Streitschlichtung

  1. Der Dienst wird immer zusammen mit einer Partner*in ausgeführt.
  2. Streitschlichter*innen greifen nur bei Konflikten ohne Gewaltvorfälle ein.
  3. Eine Streitschlichtung erfolgt auf Grund möglicher Befangenheit und des fehlenden Altersunterschiedes nur bei Konflikten zwischen Schüler*innen der 1.-3. Jahrgangsstufe.
  4. Beide Parteien müssen der Streitschlichtung und ihren Regeln zustimmen.

 

Ablauf einer erfolgreichen Streitschlichtung

Unsere Mediation läuft nach einem ähnlichen Prinzip ab, wie es bereits seit vielen Jahren in der Wirtschaft, Politik und außergerichtlichen Einigungen angewendet wird. Die Schlichtung erfolgt stets in fünf Phasen.

Zunächst stellen sich die Mediatoren vor, erklären ihre Funktion und den streitenden Parteien die Regeln einer Streitschlichtung. Stimmen beide Parteien den Regeln zu, folgt die zweite Phase, in der die Streitenden jeweils ihre Sicht der Dinge schildern können. Die Streitschlichter*innen hören in dieser Phase aufmerksam zu, spiegeln die Sichtweisen und fragen bei Unklarheiten nach. Ist das Problem verstanden worden, folgt die dritte Phase. Nun versuchen die Streitschlichter*innen, die tieferen und teils verborgenen Hintergründe des Vorfalls zu erfahren. Man versucht sich für den Konflikt einen Eisberg vorzustellen, bei dem lediglich zunächst die Spitze sichtbar ist. Der größte Teil liegt jedoch unter der Wasseroberfläche und muss erst erforscht werden. Gleichzeitig stellen die Streitschlichter*innen bei den Konfliktparteien ein gegenseitiges Verständnis für das Verhalten der Anderen her. Die Nachfrage nach der Gefühlslage der Konfliktparteien ist hierbei von großer Bedeutung. Sind die Streitenden bereit, über Lösungen ihres Konflikts zu sprechen, erfolgt die vierte Phase. Entscheidend ist an dieser Stelle, dass die Konfliktparteien selbst Lösungsvorschläge finden und die Mediatoren sie lediglich in diesem Prozess unterstützen. Sind die gefundenen Lösungen überprüft worden, folgt abschließend die fünfte und letzte Phase, in der alle getroffenen Vereinbarungen schriftlich in einem Formular festgehalten werden. Bei Bedarf wird ein Nachgespräch vereinbart. Alle Beteiligten der Streitschlichtung unterzeichnen abschließend die Vereinbarung. Dies soll nicht zuletzt auf eine Verbindlichkeit hinweisen.

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Unsere Streitschlichter*innen helfen nicht nur ihren Mitschüler*innen und den Lehrenden, das Streitschlichter Projekt ist auch für sie selbst eine große Chance. Wie sich auch an der mittlerweile dritten Generation unserer Streitschlichter*innen zeigt, wachsen die Schüler*innen mit ihren Aufgaben, machen eine positive Entwicklung durch, entwickeln Empathie und lernen Strategien, die ihnen ihr ganzes Leben weiterhelfen werden.